Stipendien: Zugänglicher, als viele glauben

09.04.2021

Online-Vortrag über die Stipendienlandschaft in Deutschland am Chiemgau-Gymnasium Traunstein

Stipendien: Zugänglicher, als viele glauben

Online-Vortrag über die Stipendienlandschaft in Deutschland am Chiemgau-Gymnasium Traunstein

„Ein Stipendium? Das ist doch nur etwas für Einserschülerinnen und -schüler!“ Um mit diesem weit verbreiteten Irrtum aufzuräumen, veranstaltete der Elternbeirat am Chiemgau-Gymnasium am 25. März 2021 einen Online-Vortrag über die Stipendienlandschaft in Deutschland. Der Anstoß dazu kam von zwei ehemaligen Schülern des Chiemgau-Gymnasiums, die heute Rechtswissenschaften studieren. Johannes Müller und Josef Heiler gaben in ihrem rund einstündigen Vortrag den über hundert zuhörenden Eltern, Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern einen Überblick über die Vielzahl an Stipendien, für die sich angehende Studierende in Deutschland bewerben können.

Einführend bedankte sich der Vorsitzende des Elternbeirats, Sebastian Ring, bei den beiden Referenten, die aus München und London zugeschaltet waren. Johannes Müller und Josef Heiler seien schon vor zwei Jahren mit dem Vorschlag auf den Elternbeirat zugekommen, diesen Vortrag zu halten. 2019 sei der Vortrag auf so positive Resonanz gestoßen, dass man ihn auch der jetzigen Oberstufe anbieten wollte. Der Vortrag solle Schüler ermutigen, sich für ein Stipendium zu bewerben, und Vorurteile über die Stipendienvergabe ausräumen.

 Zu Beginn ihres Vortrags, der im Rahmen des Berufsinformationsabends für die Oberstufe des Chiemgau-Gymnasiums stattfand, erläuterten Johannes Müller und Josef Heiler den Zuhörerinnen und Zuhörern, was ein Stipendium ist und welchen Nutzen Stipendiaten davon haben. Neben finanziellen Zuwendungen sind dies auch ideelle Förderung durch Seminare, Akademien und Mentorenprogramme. Darüber hinaus ermöglichen Stipendien den Zugang zu wertvollen Netzwerken, über die man mit anderen aktuellen und ehemaligen Stipendiaten verbunden wird.

 Dann stellten Josef Heiler und Johannes Müller die größeren Begabtenförderungswerke vor. Neben den Parteistiftungen zählen dazu auch Organisationen aus Religion und Wirtschaft sowie die Studienstiftung des deutschen Volkes, das Max-Weber-Programm in Bayern oder das Deutschlandstipendium des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Dazu kommen Stipendienangebote für Erstakademiker. Das Fazit: Neben Stipendien für Schülerinnen und Schüler mit sehr guten Noten gibt es auch Förderprogramme, bei denen soziales oder ehrenamtliches Engagement, familiärer Hintergrund oder die finanzielle Situation eine größere Rolle spielen. 

 Die Referenten erklärten den Zuhörerinnen und Zuhörern, wie man sich für eine Stipendium bewirbt und dass die Begabtenförderungswerke jeden Bewerber individuell beurteilen. Letztendlich sei es die Mischung aus guten Noten und ehrenamtlichem Engagement, auf die es ankomme: Top-Noten ohne jegliches Engagement reichten in der Regel ebenso wenig aus wie überdurchschnittliches Engagement, aber durchwegs schlechte Noten.

 Josef Heiler und Johannes Müller rieten den Schülern, sich nicht von den Hürden der Bewerbung abschrecken zu lassen. Es gebe sogar Begabtenförderungswerke, die ihr jährliches Limit gar nicht ausschöpfen könnten, weil sich zu wenige Studierende bewerben. Wichtig sei es, sich frühzeitig zu informieren, um keine Bewerbungstermine zu verpassen. Schließlich liegen die Vorteile von Stipendien auf der Hand: Im Gegensatz zu anderen Arten der Studienfinanzierung wie BAföG oder Studienkredit muss man Stipendien nicht zurückzahlen und startet nach dem Studium daher schuldenfrei in das Berufsleben. Nach der abschließenden Fragerunde bedankte sich das Publikum bei den beiden Referenten für den überaus informativen und unterhaltsamen Vortrag mit begeisterten Kommentaren im Chat.

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